Rio Negro ohne Zahnschmerzen

Mit gesundem Zahn kehre ich nach Rio Negro zurueck. Ich werde nur eine Woche hier verweilen, weil Anfang Juli Juli (eine Freundin aus Deutschland kommt) und ich dann mit ihr reisen moechte.
Diesmal nehme ich Rio Negro ganz anders wahr und wieder ist mir bewusst, dass auch Orte ihr Gesicht veraendern und es sich oft lohnt ihnen eine zweite Chance zu geben. Das Wetter ist mild, die Farben kreativ. Die Abgeschiedenheit stimmt mich bedaechtig und ich habe viel Zeit die Natur zu geniessen. Zweimal begleite ich Toni in die Dorfschule, wo er Umweltsfragen bespricht. Ansonsten giesse ich Erlen zwischen Kaktusfeldern, pfluecke ueberreife Orangen und esse sie dann gleich, jaehte Unkraut in Pfirsichbaeumen, beobachte wie jeden Tag mehr Knospen aufbluehen. Ich lerne wie man die Baeume veredelt und beginne diesen Flecken Erde zu lieben ohne dass ich mich dagegen wehren koennte. Seit langem mal wieder gibt es selbstgebackenes Brot, dazu koche ich Tee aus blauen, suessen Blaettern. Dier Berge schenken mir dieses Mal Geborgenheit, die Baeume begluecken mich in ihrer Farbskala von hellgelb bis blau. Alles ist bunt, selbst der Boden ist nicht einfaeltig (roter Sand, braune Erde, gelbes Pulver, weisser Kalk, grauer Lehm, schwarzer Schlamm). Der Vollmond schuettet sein Silber aus, ich breite meine Arme aus, die Nachbarn laecheln mir freundlich zu und alles ist so kostbar, so unbezahlbar kostbar...
Bereits im Schlafanzug besteige ich nocheinmal die Berge um dem Mond naeher zu sein. Sie durchzuckt mich wieder wie ein Blitz diese Ehrfurcht, es ist die Ehrfurcht vor irgendeiner grenzenlosen Macht...oder ich weiss nicht wer schreibt so schoen: Seine weißen Augen suchen froh das Unsichtbare

4.7.07 02:22

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