Stimmungen aendern sich oder im Leben ist viel, viel, viel Wunderbares

In Tarija lerne ich Isabel kennen, bei der ich die drei Wochen, waehrend der Zahnbehandlung wohne. Sie lebt zusammen mit ihrem Hund "Deutschland". Seit vielen Jahren bin ich die erste Person mit der sie spricht, da sie sich nach dem Tod ihres einzigen Sohnes sehr zurueckgezogen hat. Wir werden Freunde und lernen unglaublich viel voneinander. Sie macht mir die Politik hier verstaendlich, wir diskutieren ueber Gott und die Welt und sie verstaerkt mich darin den Weg meines Herzens zu gehen.
Tagsueber helfe ich Kindern/Jugendlichen in einem Kinderheim bei ihren Hausaufgaben. Das Internat ist ein Zufluchtsort fuer Kinder die auf der Strasse arbeiten muessen. Schon sechsjaehrige verkaufen Bonbons, waschen Autos, putzen Schuhe... Im Internat duerfen sie wieder Kind sein, koennen die ewige Sorge ums Ueberleben vergessen.
Auch sie haben ein Recht in die Schule zu gehen. Es gibt gezielte Hilfe fuer Kinder mit Lernschwierigkeiten, aber auch Kurse im Naehen, Kochen, Gartenbau, Tanz, Theater, Musik. ich will die Kinder unterstuetzen und bekomme viel mehr zurueck wie ich ueberhaupt geben kann!!!
Es sind intensive, eindrueckliche und vor allem bereichernde Tage.
Ich laufe mit leichtem Herzen durch das kleine Staedtchen, seine Eigenschaften durchtraenken mich, ich sauge seine Stimmungen auf wie Honig aus einer grossen, roten Bluete.
Der Dahrtpfeil trifft die goldene Mitte.
Ich schuettel die Rolle des staendigen Betrachters ab. Die Welt umsteht mich nicht mehr nur noch, sondern zirkuliert in meinem Innern als handele es sich um mein eigenes Blut. Der Geschmack der Gesamtheit zerschmilzt auf meiner Zunge, der Duft der Abwechslung haftet auf meine Haut. Durch meine Blutbahnen saust das Leben. Schoehnheiten purzeln aus allen Ecken. Kleine Blumen wachsen sich durch Asphalt hindurch. Reich ist der, der die Kleinigkeiten zu schaetzen weiss. Man muss Dinge nicht besitzen, um sich darueber erfreuen zu koennen, das Staunen kostet nichts und ist dennoch nicht umsonst.
Ein drittes Auge scheint sich geoeffnet zu haben, dass mich auf kleine Wunder aufmerksam macht.
Der Herbst weht heiss, ein Foen nimmt die Blaetter von den Baeumen, auf dem Boden wird geknistert und getuschelt. Die harten, schneidenden Grenzen verwischen, (ich) verschmelze(en) mit dem was ist; ich stosse unsichtbare Tueren auf und frage mich bis wohin sich das Sein erstreckt? Wo endet es?

26.6.07 01:55

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