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Schreibluecke

Was bringt einen dazu lange nicht mehr zu schreiben? Sicherlich gibt es viele Gruende: keine Zeit, keine Lust, es gibt nicht viel zu berichten oder aber einfach zu viel zu schreiben. In meinem Fall ist es letzterer. Wenn ich zum letzten Eintrag zurueckschaue, dann wird mir klar, dass ich nun gut vier Monate nicht mehr geschrieben habe, dabei hatte ich doch immer solche Freude euch allen von allen moeglichen Dingen (und selbst den Unwichtigsten) zu erzaehlen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht gut bin in grossen Neuigkeiten auszudruecken, also schreibe ich es nun einfach so darnieder: ich bin in freudiger Erwartung ein Kind zu bekommen.
Nach ueber dreimonatigen sehnsuechtigen Warten auf Alan und Willi haben wir uns dann endlich in Lima (wo ich die Zeit uber gewohnt habe) getroffen und sind zusmmen in den Norden von Peru gereist, bis nach Piura, ein kleines Studentenstaedtchen, wo wir auch letzte Woche ein kleines Haeuschen fuer uns gefunden haben. Waehrend Alan nun am renovieren ist, sitze ich vor einem amerikansichen Fruehstueck in Guayaquil (Equador) und wuerde gerne wissen wer mir einen Schlaeger zum Zeit totschlagen verkauft, bin ich mit meinen Gedanken doch viel mehr bei meiner zukuenftigen kleinen Familie und habe wirklich nicht viel Interesse in diesem Moment Equador (was wirklich ein wunderschoenes Land zu sein scheint) zu erkunden. Warum ich dann hier bin? Um mein Visum fuer Peru zu verlaengern...Die Aufenthaltsangelegenheiten machen uns es nicht einfach, nun waren wir erst getrennt, weil ich aus Brasilien ausreisen musste, nun aus Peru und Alan konnte nicht mit nach Equador, weil sein Reisepass immer noch nicht angekommen ist. Jedenfalls will ich diese Tage wieder nach Piura zurueck und freue mich dann einfach mich niederzulassen, Heimat zu schaffen, anzukommen.

 

10.6.08 19:15, kommentieren

Amerikansiches Fruehstueck

Ich sitze im Restaurant des Grand Hotels Guayaquil (indem ich aber sicher nicht wohne :-)) und geniesse Ruehrei mit Toast und Cafe. Durch das Fenster sehe ich nur halbe Gestalten, der Rahmen schneidet sie von der Guertellinie nach oben hin ab...das macht mir die Stadt in diesem Moment sympatisch, bleibt doch so viel zur Vorstellung. Das moderne Leben laesst sich hier nicht wegdenken und dennoch passt es nicht wirklich dorthin, es ist als wuerde die Stadt in manchen Strassen schlechtes Schauspiel abhalten und von den Seitengaeschen quillt das wahre Leben: Einfachheit, Krankeiten, Alkohol, Drogen, Abfall, Kinderarbeit. Ich finde in einer grossen Stadt ist die Armut nur schwer auszuhalten, dass ist auch der Grund warum ich meine letzten Ersparnisse in amerikanische Fruehstuecke ausgebe, fuer einen Moment fern von diesen Wahrheiten zu sein..
Ich geniesse die letzten Tropfen des frisch gepressten Orangensaftes und traeume von unserem einfachen, aber netten Haeuschen, denke an unser Kind, dass Ende August die Welt erblicken wird, voller Liebe und Vorfreude!

1 Kommentar 10.6.08 19:32, kommentieren