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Es gibt einfach zu viel zu schreiben, dass ich keinen rechten Anfang finde, Woerter kreisen, werden durch mein Gehirn geschleudert. Das kleine Kind kann seinen Mund vor Staunen nicht mehr schliessen, seine Augen werden immer groesser es ist federleicht und denoch meint es ersticken zu muessen, vor lauter nicht verstehen und sich nicht ausdruecken koennen. Ich wohne nun seit einer Woche in einem Haus zusammen mit einer peruanischen Familie. Die Mutter eine religioese Fanatikerin (aber eine liebenswuerdige), die Tochter sehr beschaeftigt, staendig am studieren und organsieren von irgendwelchen Projekten. Ansonsten jede Menge Besuch von irgendwelchen Familienangehoerigkeiten. In einem aermeren, staubigen Gebiet  von Lima soll ich naechste Woche meine Stellung als Lehrerin antreten.  

1.3.07 01:04, kommentieren

Nachts...

... es ist spaet, ich bin muede, aber ich schlafe nicht. Mitten in der Nacht stehe ich in kurzer Hose auf dem Dach. Ich bin gluecklich, viel zu gluecklich um schlafen zu koennen. Nebenan ein Fest, dessen Musik durch die ganze Stadt droehnt, heiter und wehmuetig zu gleich. Ich tanze auf dem Dach! Hier oben habe ich eine Aussicht auf all die anderen Daecher. Der Himmel brennt orange, der Mond gibt sein gruen dazu. Es ist hell genug, dass ich zum Schreiben kein Licht benoetige. Heute Nacht, darf ich mich so fuehlen, als wuerde ich ueber all diese ganzen Daecher herrschen.Ich tanze alleine auf den Dach, willkommen in Suedamerika. So unendlich hoch, so unendlich weit, so intensiv das Gefuehl, so tief das Glueck! Was morgen kommt ist heute Nacht egal. Ich versinke im Daechermeer, die ueber mir schon laengst getrocknete Waesche gibt sich ganz dem Wind hin.In diesem Augenblick ist alles vorhanden, ich tanze alleine, ueber der Stadt.

8.3.07 18:14, kommentieren

was ich so mach....


Letztes Wochenende war ich mit fuenf Agrarwissenschaftstudenten zelten in Pachacamac, wo ich auch englisch unterrichte. Nachdem wir ausfuerhlich mit den Kindern vom Dorf im Fluss getobt hatten machten wir uns in die Berge auf. Auf der hoechsten Spitze wurden dann die Zelte aufgeschlagen: eine Aussicht auf unzaehlige Berge, dazwischen Haeuser, die in der Wueste zu ertrinken drohen. Des Nachts zogen die Wolken vom Meer vorbei, ein einmahliges Erlebnis ueber ihnen zu schlafen. Am naechsten Tag machten wir uns an die Arbeit, alle moeglichen Insekten einzufangen um sie zu bestimmen, auch sollten verschiedene Buesche abgezaehlt werden. Dafuer wurde jedem eine Blatt und ein Stift in die Hand gedrueckt. Meine Recherche ist wahrscheinlich  die ungenauste die je abgegeben wurde, weil ich erstens gar nichts verstand und sowieso auch die Buesche nicht auseinander halten konnte. Dennoch ich liess mir nichts anmerken und notierte munter irgnedwelche Zahlen.

Ansonsten waren wir noch mit den Kids von Pachacamac am Meer, bestaunten die Delfhine die uns fast streiften und verbrachten unsere Zeit damit krebsartige Krabbeltiere einzufangen...  

Dreimal die Woche gebe ich fuer alle Kinder die wollen Englischunterricht. Es kommen meistens so um die 15 Kinder und es ist ein wunderbares Gefuhel zu erleben wie wir als Gruppe immer mehr zusammen wachsen. Zum Ritual ist bereits das Fussballspiel danach geworden.

13.3.07 02:43, kommentieren

Janina und das unterrichten....

...oh man ich fuehle mich als wuerde man mich den Loewen ausliefern..
Heute habe ich zum ersten Mal in der Schule von Pachacamac unterrichtet. Ich bin also ganz mutig zur Schule gestapft, immer darauf gefasst kein Wort zu vestehen, wusste nicht einmal ob es die richtige Schule ist. Aber da kam die Lehrerin schon und meinte "toll, dass sie da sind, hier bitte das ist meine Klasse, viel Spass mit den Wilden ich geh dann mal..." Ja und dann ging es ab... Es wurde davongerannt, gekaempft, geschrien und meine tollen englischen Sprueche hat da niemanden sehr interessiert. Ich stand dann also so da und hab mich echt gefragt, was ich jetzt wohl mach... Irgend wie hab ich versucht spanische Saetze zu bilden, die nur annaehernd streng klingen. Zum Glueck habe ich jetzt eine Amerikanerin (Emily) kennengelernt, mit der zusammen ich die Sache anpacken will. Sie ist bereits seit 1 1/2 Jahren da und beherrscht spanisch daher besser. Ich spruehe nur so von Ideen was ich alles in Pachacamac machen koennte: in der Baeckerei mithelfen, mit Emily ein Umweltprojekt fuer die Kinder gruenden und und und...

Ich bin ganz vernarrt in dieses Fleckchen Erde, wo jeden Abend die Zigenhirtin ihre Tierchen von der Weide holt, wo die Berge je nach Lichteinfall ihre Farben veraendern, wo man ihn kuerzester Zeit mit Sand besteubt wird. Wo der Herd noch mit Holz gefuettert wird, wo eine unvergleichbare Stille herscht und nur der Esel dann und wann aus vollem Halse schreit, wo die Leute einen mit freudestrahlenden Augen gruessen, egal wo man hinkommt...

13.3.07 02:58, kommentieren

Das Wochenende...

...habe ich am Strand verbracht. ein Freund hat dort in seinem Strandhaus seinen Geburtstag gefeiert. Insgesamt kamen bestimmt ueber 30 Leute, darunter Franzosen mit einer kleinen Katze, Brasilianer und natuerlich viele Peruaner. Der Strand gehoert zu San Bartolo, was noch suedlicher wie Pachacamac liegt. Immer entlang der Panamericana Sur, durch endlose Sandberge hindurch. San Bartolo ist ein kleines touristisches Staedtchen, wo die Peruaner Ferien machen, was fuer mich sehr interessant war zu sehen, wo eigentlich die Peruaner  ( natuerlich nur die wenigen, wo es sich leisten koennen) Urlaub machen. Das Fest selber wurde mit einem riesen Fleischbueffet (zu meiner Freude) eingeleitet. Danach kam die Liveband und am Schluss liefen wir den Abend am Meer ausglingen. Am Sonntag wurde ich dann zu Hause mit einem weitern Fest beglueckt: mein peruansicher "Bruder" hatte Geburtstag und die Grossfamilie sass schon um die riesen Tafel herum...

20.3.07 23:28, kommentieren

Und wieder bricht eine neue Woche an...

Mittagspause in Pachacamac. Ich sitze in einem "Restaurant" und geniesse... Die Hauskatze tummelt um mich herum, ich verfuettere ihr das Fleisch, dass sich in mein vegetarisch-bestelltes Essen verirrt hat. Das Dach eine Strohmatte, zu meiner Rechten:eine Aussicht auf die Berge und die Schulkinder die auf dem Heimweg sind. Links die Wohnung von der Koechin, die Waesche baumelt im Himmel, ihr Baby plaetschert vergnuegt in einer knallorangenen Wanne und macht die bereits getrocknete Waesche wieder nass. Gegenueber in der Ziegelwand, ein Loch mit Gesicht, dass Suessigkeiten verkauft. Aus der Box ueber mir stroemen romantische Lieder, drei weisse Tauben fliegen vorbei. Ware da nicht der ganze Staub, so wuerde ich diesen Augenblick wahrscheinlich als kitschig empfinden. Aber er ist es nicht, mich durchstroemt die Zufriedenheit warm und ich bin eins mit allem was mich umgibt. Ich bin die Mauer an die ich mich lehne, die Steine die unter meinen Sandalen knirschen, der Augenblick... Zeit und Raum muessen keine abstrakten Begriffe mehr sein, denn in diesem Moment darf ich ganz present sein, denn ich bin dieser Moment, bis in die Phasern, bis ans Ende der Spitzen, er durchstroemt, durchdringt, durchatmet mich, pulsiert...

In der Ferne laeuft der kleine Jose. Bald schlendere ich zum Haus von Señora Elena um englisch zu unterrichten...

 

22.3.07 03:00, kommentieren